Homeoffice

Seit dem 18.Januar 2021 gilt: Die Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Der Arbeitgeber schuldet den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung etwa für Strom- oder Mietkosten, da die Anordnung nur vorübergehend ist. Was bedeutet das genau?

Welche rechtlichen Grundlagen gelten, wenn ich zuhause arbeite?
Das private und öffentliche Arbeitsrecht sind auch bei der Arbeit im Homeoffice gültig. Es gelten also im Prinzip die gleichen Bedingungen wie bei der Arbeit im Büro.
Das heisst, alle Vorgaben des Arbeitsgesetzes (Nacht- und Sonntagsarbeitsverbot, Ruhezeiten, Pausen) sind vollumfänglich einzuhalten.
Es empfiehlt sich, die Rahmenbedingungen möglichst klar und am besten schriftlich festzulegen. Dazu gehören der Umfang der Arbeit, präzise Arbeitszeiten inklusive Bereitschafszeit und Zeiten, in denen keine Erreichbarkeit besteht; Kommunikationswege, u.a. Arbeitszeiten und Privatzeiten sind klar voneinander zu trennen.
Auch der Gesundheitsschutz muss vom Arbeitgeber wie üblich gewährleistet sein.

Bin ich im Homeoffice versichert?
Sollte etwas passieren, so gelten die gleichen gesetzlichen Absicherungen bei Unfällen, Berufskrankheiten und Erkrankungen wie am Arbeitsplatz. Ein Unfall während der Homeoffice-Arbeitszeit ist also beispielsweise ein Berufsunfall.

Muss mir der Arbeitgeber meine Auslagen erstatten?
Für die aktuelle Situation (gültig ab 18. Januar 2021, vorerst bis Ende Februar 2021) hat der Bundesrat entschieden, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung etwa für Strom- oder Mietkosten schuldet, da die Anordnung nur vorübergehend ist - ausser es bestehen anderslautende vertragliche Bestimmungen bzw. Abmachungen zwischen Arbeitgeber und ArbeitnehmerIn.
Diese Ausnahme zur Erstattung gilt aber explizit nicht für «Materialkosten, die auch im Büro angefallen wären und die nun die Arbeitnehmenden bezahlen müssen, wie etwa Kosten für Druckerpatronen, Papier etc.», wie das Staatssekretariat für Wirtschaft erklärt. Diese Kosten sind unverändert vom Arbeitgeber zu entschädigen.

Ich benutze zuhause meinen privaten Laptop. Ist das ein Problem?
Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitnehmende mit den Geräten und dem Material auszurüsten, welches sie zur Arbeit benötigen.
Stellen Arbeitnehmende in Absprache mit dem Arbeitgeber die Geräte und Materialien selbst zur Verfügung, müssen sie angemessen dafür entschädigt werden, falls es nicht anders vereinbart wurde.
Die Benutzung eines eigenen Laptops ist an in vielen Bereichen sehr üblich und an manchen Orten (z.B. Schulen, Hochschulen) sogar vorausgesetzt («BYOD = Bring Your Own Device»). Allerdings braucht es dazu klare Regeln von Seiten des Arbeitgebers, beispielsweise zum Virenschutz, zum Umgang mit Daten u.a.

Ich muss zuhause meine Kinder betreuen (Quarantäne, Halbklassenunterricht etc). Muss ich trotzdem mein volles Pensum arbeiten?
Nein. Grundsätzlich sind Homeoffice und Kinderbetreuung nicht zur gleichen Zeit möglich, auch wenn manche Menschen das glauben.
Wer aufgrund von Quarantänemassnahmen oder der Schulschliessungen seine Kinder betreuen muss und die Betreuung nicht anders organisieren kann, muss vom Arbeitgeber freigestellt werden. Das gilt zuhause genauso wie am Betriebsarbeitsplatz.
Soweit von Seiten des Arbeitgebers keine Lohnfortzahlung für diesen Fall vorgesehen ist, kann für die entfallende Arbeitszeit ein Erwerbsersatz beantragt werden. Genauere Infos finden sich im entsprechenden Merkblatt der AHV.
Es braucht daher klare Abmachungen, in welchem Umfang die Arbeit wegen der Betreuungsaufgaben reduziert werden muss, und zu welchen Zeiten Sie zur Verfügung stehen.

Ich bin Grenzgänger/ Grenzgängerin. Kann ich auch im Homeoffice arbeiten?
Grundsätzlich können auch Grenzgänger und Grenzgängerinnen ihre Arbeit von zuhause aus verrichten. Die ursprüngliche Regelung ist ausgesetzt, wonach in Bezug auf Steuern und Sozialversicherungen die Regeln des Wohnorts gelten, wenn 25% oder mehr des Arbeitspensums am (ausländischen) Wohnort erbracht werden. Einstweilen bis zum 30. Juni gilt gegenüber den Nachbarländern, dass Arbeit im ausländischen Homeoffice steuerlich und sozialversicherungsrechtlich gleich gehandhabt wird wie im inländischen Homeoffice. Siehe auch die Website des BSV.

Allgemeine Informationen zum Thema Homeoffice


Weitere Fragen? www.vpod.ch/regionen oder Enable JavaScript to view protected content.

SGB-Infos zum Homeoffice

Downloads
02.04.2020SGB-Infoblatt HomeofficePDF (1,301 kB)

SGB-Infoblatt zum Elternurlaub

Downloads
08.04.2020Elternurlaub_ Infos SGBPDF (159 kB)

SGB-Musterarbeitsvertrag Homeoffice

Downloads
26.10.2020SGB Musterarbeitsvertrag HomeofficePDF (179 kB)

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Tel +41 (0)44 266 52 52
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