Wir Frauen* wollen unser Geld!

Wir Frauen* leisten viel. Vor allem in den Berufen des Gesundheitsbereich, in der Kinderbetreuung, als Lehrpersonen oder als Betreuerin in einer Einrichtung für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Zeit, dass diese Leistung endlich angemessen entlohnt wird. Wir wollen unser Geld!

Das Geld, dass uns aufgrund des hohen Anspruchs und der hohen körperlichen wie physischen Belastungen zusteht. Von niedrigen Löhnen lässt sich nicht leben, wir leisten Erwerbsarbeit und wollen davon unabhängig leben können. Gratisarbeit, nur weil wir Frauen* sind, die mit Menschen arbeiten? Nein, wir wollen anständig entlöhnt werden für jede Stunde, die wir leisten.

Wir sind gerade am Auswerten unserer kleinen Umfrage "Let's talk about money!" Die Umfrageergebnisse werden in Kürze publiziert!

Wir - das Gesundheitspersonal- wollen unser Geld!

Rund ¾ des Gesundheitspersonals sind weiblich, in der Langzeitpflege und -betreuung liegt der Anteil von Frauen* sogar deutlich über 80 Prozent. Die Arbeit im Gesundheitswesen ist körperlich und psychisch so anspruchsvoll, dass sie sich oft nur in einem Teilzeitpensum machen lässt. Kurzfristige Einsätze und Nachtarbeit sind die Regel und unregelmässige Arbeitszeiten führen dazu, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktisch unmöglich ist. Mehr als 50% der Mitarbeitenden im Pflegebereich steigen aus dem Beruf wieder aus. Das Gesundheitswesen sei zu teuer, man könne keine höheren Löhne bezahlen, heisst es oft. Was aber geht: satte Gewinne von Spitälern, Bauinvestitionen im Millionenbereich und hohe Saläre von Chefärzten und Spitalmanagern. Da liegt doch einiges im argen und einiges mehr drin: Wir wollen höhere Löhne fürs Gesundheitspersonal!

Wir Kinderbetreuerinnen wollen unser Geld!

In der vorschulischen Kinderbetreuung arbeiten überwiegend Frauen* zu schlechten Löhnen. Je kleiner die Kinder, umso kleiner die Löhne, sagt sich die Politik. Diese Haltung ist unverständlich, denn gerade in den ersten Lebensjahren ist eine qualitativ gute Betreuung und stabile Bezugspersonenen eine wichtige Voraussetzung für die kindliche Entwicklung. Die Arbeit in der Kinderbetreuung ist chronisch unterfinanziert, es herrscht Personalmangel und die es ist nur möglich, die Betreuung aufrecht zu erhalten, weil auf schlechtbezahltes Personal und ausgebeutete Praktikantinnen abgestellt wird. So geht das nicht. In der Kinderbetreuung zu arbeiten, den ganzen Tag dem Lärm, dem Geschrei und der körperlichen Belastung ausgesetzt zu sein, ist anspruchsvoller als vor einem Computer zu sitzen. Wir fordern mehr Lohn und mehr Entwicklungsperspektiven für unseren Beruf!

Wir Hortnerinnen wollen unser Geld!

Die Arbeit in der schulergänzenden Kinderbetreuung ist oft nur in kleinen Pensen und über mehrere Tage verteilt möglich. Diese Arbeit fordert von den im Hort arbeitenden Frauen maximale Flexibiltät – die schlecht oder gar nicht entschädigt ist. Wer hat schon Lust, während 5 Tagen pro Woche für zwei bis drei Stunden anwesend zu sein, den Tag zerstückelt zu haben und trotzdem wenig zu verdienen? Zudem ist auch die Arbeit im Hort anspruchsvoll, braucht pädagogisches Wissen und eine entsprechende Ausbildung. Hortnerinnen fordern mehr Lohn und weniger zerstückelte Arbeitspensen.

Wir Lehrerinnen wollen unser Geld!

Im Bildungsbereich gilt immer noch die Tatsache: Je jünger die Kinder sind, die unterrichtet werden, desto höher der Frauenanteil und desto tiefer der Lohn. Das zeigt sich insbesondere auch bei den Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe, die trotz gleichen Anforderungen oft schlechter entlöhnt werden als auf den anderen Stufen der Volksschule. Ausserdem arbeitet ein knappes Drittel aller Lehrpersonen in der obligatorischen Schule Vollzeit, in der Primarstufe arbeitet etwa 30% der Lehrpersonen weniger als 50%. Teilzeitarbeitende haben weniger Aufstiegschancen in Leitungspositionen wie Rektorate und Schulleitungen, die mehrheitlich männlich besetzt sind. Zudem lässt sich nachweisen: Je tiefer das Pensum, umso höher ist der proportionale Anteil an geleisteten Überstunden.

Wir Frauen im Sozialbereich wollen unser Geld!

Die jüngste VPOD-Umfrage hat es bestätigt: die Arbeit im Sozialbereich ist belastend. Die Mitarbeitenden – auch hier überwiegend Frauen* – identifizieren sich stark mit ihrer Arbeit und haben ein hohes Berufsethos. Das wird ausgenutzt und darauf wird abgestellt. Unregelmässige Arbeitszeiten, mangelnde Personalressourcen, Überstunden und mangelnde Karrierechancen sind Realität. Weil der Sozialbereich vielerorts spärlich finanziert ist oder gar abgebaut statt ausgebaut wird, sind die Lohnentwicklungen schlecht. So nicht. Wir wollen unser Geld!

Wir Frauen* von der Reinigungsbranche wollen unser Geld!

Die Reinigungsbranche ist eine Frauenbranche. Zu tiefen Löhnen und oft zu Randzeiten leistete das Reinigungspersonal Arbeit, von der man während der Corona-Krise mit Fug und Recht behaupten kann, dass sie Leben rettete, weil Hygiene Ansteckungen verhinderte. Dennoch erfährt das Personal hier kaum Anerkennung umd wenig Sichtbarkeit!

Kontakt

VPOD Zentralsekretariat
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8036 Zürich

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Fax +41 (0)44 266 52 53

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